Vietnam, Sa Pa und Bac Ha // 20.-21.02.2016

in einem Nachtbus eine ‘komfortable’ Nacht erlebt / bei einem Hike neblige, schöne Landschaften gesehen / wieder sehr ursprünglich geschlafen (nur diesmal viel kälter, sodass der Atem sichtbar wurde) / von Montezumas Rache heimgesucht worden / 3 Tage nicht geduscht und Wäsche gewechselt (und wie ich mich schon wieder auf eine Dusche freue) / einen tollen bunten Sonntagsmarkt besucht, wo es auch Wasserbüffel zu kaufen gab / auch mal knapp am Tod in der Bergen von Sa Pa vorbeigeglitten / wieder mal im Bus am Rückweg nach Hanoi eine Nacht verbracht und morgens dann in die Ha-Long und Lan-Ha Bucht gefahren – (hoffentlich eine Spur wärmer als hier)

Umgerechnet fast 0,50€ für diese ‘Toilette’, das musste ich einfach fotografieren

Wie kann man den Norden von Vietnam nur beschreiben? Speziell Sa Pa, wo ich mit dem Nachtbus früh morgens angereist bin. Zuerst stand der Bus schon 1-2 Stunden am Parkplatz und erst, nachdem sich der Bus langsam leerte, merkte ich, dass wir hier sind. Natürlich sagte uns niemand Bescheid. Nachdem kein Guide ein Namensschild hatte und nur mehr eine Frau übrig war, wurde mir klar, dass dies mein Guide ist. Was hätte ich nur getan, wenn kein Guide mehr hier gewesen wäre? Eiskalt (8 Grad), regnerisch und sehr nebelig.
Mein Dresscode: Jeans, T-Shirt, 2 Pullover, Regenjacke, Haube, Handschuhe und Wanderschuhe.
Die Wanderung bis zu ihr nach Hause soll 4 Stunden dauern. Zuerst regnerisch, dann hörte es langsam auf. Nach ein paar Kilometern kam man auch schon richtig ins Schwitzen. Bergauf, Bergab ..

Die Landschaft war atemberaubend. Hügel, Berge und Nebel soweit das Auge reicht. Leider sind hier im Februar die Reisterrassen noch nicht in der Blüte ihrer Zeit. Oft kamen uns Kinderscharen, die mir etwas verkaufen wollten, sowie Touristenbusse und andere Reisende entgegen. Die Hauptwege sind sehr touristisch aufgezogen, kaum biegt man in Seitengassen ab, herrscht ein anderes Bild. Blechhütten die weder vor Kälte, noch vor Hitze schützen (im Sommer doch um die 30 Grad), heiße Duschen gibt‘s nicht, Toilette zum hinhocken – mit Schöpfer zum spülen, am Lagerfeuer wird drinnen gekocht und die kalten Füsse aufgewärmt, paradoxerweise wird am Smartphone Farmville gespielt, Kinder laufen teilweise mit Schlapfen herum oder sogar barfuß.

Jetzt kamen wir auch schon in ihrem Zuhause an. Noch nie hab ich mir mein Bett so stark gewünscht, obwohl die dicken Woll- oder Fleecedecken für den Mittagsschlaf gut gewärmt haben. Die Menschen hier trotzen allen widrigen Umständen der Natur und machen das Beste aus ihrer Lebenslage. Sie bieten Reisenden, wie mir, eine Unterkunft an, zeigen ihr Zuhause Fremden und versorgen sie. Wer würde das schon bei uns machen?
Der Familienzusammenhalt ist hier gigantisch. Eltern und Kinder, manchmal sogar die Kindeskinder leben unter einem Dach. Neben mir wird „etwas“ geflochten, aber ich konnte bis jetzt nicht herausfinden, was. Fotos habe ich von meiner Familie hergezeigt, auch dies öffnet Herz und Türen. Jetzt liege ich geräuchert vom Lagerfeuer im Bett, mit Decke über dem Kopf und hoffe, dass die Nacht nicht allzu kalt wird. Gute Nacht !!

Sonntagsmarkt von Bac Ha – Gemüse, Kleidung, Stoffe und sogar Büffel kann man hier kaufen

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