Wertvolle Tipps und Hacks für deine perfekte Vanreise

Tja, das Vanlife habe ich mir etwas romantischer und gechillter vorgestellt. Surfen, Strand und den ganzen Tag Ananas essen halt. Leider nein! Die Realität sieht anders aus.
In diesem Post (den ich selbst gerne am Anfang der Reise gelesen hätte) stelle ich dir meine besten Tipps und Tricks für eine reibungslosere Vanreise vor.

iOverlander – the best App for Overlanders

iOverlander ist DIE App für deine Amerikareise. Jeder, der mit einem eigenen Van unterwegs ist, benutzt sie. Du kannst nach Wildcamping-Schlafplätzen, Restaurants, Mechanikern, Duschplätzen und Straßenwarnungen filtern. Vorhandene Einträge können kommentiert oder eigene, neue Punkte hinzufügen werden. Ohne iOverlander wäre unsere Reise doppelt so anstrengend. Meine bisherigen Check-Ins siehst du hier.

Enjoy your trip – wie schnell doch die Zeit vergeht

Genieß deine Reise – egal ob sie “nur” einige Monate oder sogar mehrere Jahre dauert. Das mag sich zwar sehr lange anhören wenn du bis jetzt maximal 2-3 Wochen Urlaub hattest, die Zeit vergeht trotzdem wie im Flug. Jeder Tag ist anders und dein Zeitgefühl verändert sich. Manchmal blicken wir zurück und können gar nicht glauben, dass wir schon über 7 Monate unterwegs sind. Andererseits blicken wir auf die vergangenen Tage und merken wie viele verschiedene Erlebnisse in so kurzer Zeit passiert sind.

Lerne die Sprache

Versuche immer ein Lächeln auf den Lippen zu haben, das öffnet dir viele Türen.
Lern am Besten vor deiner Reise ein paar Wörter Spanisch, denn in SA wird sehr wenig Englisch gesprochen. In jedem Land gibt viele Möglichkeiten Spanischkurse zu besuchen.

Offline Kartenmaterial kann auch cool sein

Informiere dich über die Straßenverhältnisse. Diese können teilweise sehr schlecht werden und dich ordentlich durchschütteln.

Kaufe dir deswegen aktuelle Straßenkarten von den Ländern, die du bereisen willst schon im Vorhinein und packe sie ins Reisegepäck. Auf der Reise wirst du viele Traveller treffen, die dir interessante Punkte einzeichnen können. Bei ihnen kannst du dich auch noch zusätzlich über die Straßenverhältnisse und die beste Route erkundigen.

Auch bei Tankstellen gibt es Routenplaner in denen asphaltierte Straßen und Schotterpisten vermerkt sind. Vermeide nicht asphaltierte Straßen denn sie kosten Energie, Zeit und auch viel Geld. Das Auto wird durch die Schotterpisten um ein vielfaches mehr in Mitleidenschaft gezogen und das zieht meist lästige Reparaturen nach sich. Die Schotterpisten komplett zu umgehen ist leider unmöglich.

kleinere und größere Reparaturen

Wenn du zusätzlich Zeit sparen willst, lass Reparaturen und kleinere Arbeiten zusammenkommen. Das benötigte Material zu organisieren, das Werkzeug weg- und herräumen – all das benötigt in Summe viel Zeit. Bei allen größeren Projekten suche dir große Bauhäuser wie Easy, Sodimac (Argentinien und Chile). Die kleinen Ferreterias (Eisenwarenhandlungen) verstehen oft nicht was du genau benötigst und haben Siesta. Oft sperren sie für 2-3 Stunden zu. Im schlimmsten Fall weisst du nämlich selbst nicht genau was du brauchst und möchtest dich nur umsehen und inspirieren lassen.

Schlafsack

Nimm dir einen warmen, dicken Schlafsack auf deine Reise mit. Er wird dir helfen, bei einer Autopanne oder bitterkalten Tagen wie in Bolivien nicht zu erfrieren.

Isolierung

Dieser Punkt hängt sehr stark mit dem letzten  zusammen. Wenn du deinen Van schon fertig umgebaut kaufst, achte auf eine gute Isolierung. In vielen Regionen kann es Nachts Minusgrade bekommen und auch bei hohen Temperaturen untertags bleibt es angenehm kühl. In Cusco zum Beispiel hatte es untertags 20°C und in der Nacht -3°C. (Juni 2019)

Wenn du deinen Van selbst umbaust, plane ein paar Millimeter Fußbodenisolierung mit ein. Deine Füße werden es dir danken.

Erinnerungen an Zuhause

Nimm dir ein paar Kleinigkeiten mit, die dich an dein Zuhause erinnern. Du wirst lange unterwegs sein und wenn das Heimweh eintritt ist es hilfreich, ein Stück von Daheim bei sich zu haben. Wir haben persönliche Fotos von unseren Familien und unseren Freunden im Van hängen. Zusätzlich haben wir noch einen Schutzengel (von Mama) im Cockpit der auf uns aufpasst. Bis jetzt hat er seinen Job gut gemacht.

Think practical

Mach dir das Leben auf der Reise so leicht wie möglich. Ein Wassersystem, wo du dir leicht die Hände waschen ist Gold wert. Ein funktionierende Stromversorgung (Solarsystem). Praktische Laden, wo du dein Zeug verstauen kannst. Es kommen so viele ungeplante Ereignisse in deinen Reisealltag, da musst du dir nicht noch selbst Steine in der Weg legen. Falls du den Van selbst gebaut hast, mache davor eine Probereise. Auch in eine kalte Region.

Think practical Teil 2: Wasserfilteranlage

Für die Profi-Van-Umbauer: Sauberes, gefiltertes, nicht-nach-Chlor-schmeckendes Wasser deckt bei mir ein Grundbedürfnis ab. Auch das hab ich auf der Reise erst gelernt, wie wichtig und auch selbstverständlich sauberes Wasser bisher war. Bis jetzt haben wir sehr wenig Wasser in Plastikflaschen kaufen müssen und das bleibt hoffentlich auch so. Den Swimmingpool-Geschmack wir dafür manchmal in Kauf genommen. Wir füllen unsere Tanks meist bei Tankstellen an. Davor fragen wir ob es Trinkwasser sei und kosten das Wasser. Also wenn du es bewerkstelligen kannst, bau dir eine eigene Filteranlage und einen Wassertank in deinen Van ein.

tägliche Hürden und Hoppalas

Stell dich auf eine schöne aber auch nervenaufreibende Zeit ein. Unvorhergesehene Reparaturen, anstrengende Schotterpisten, Konflikte mit dem Reisepartner/Freundin oder mit sich selbst haben mich schon mehrmals zum Verzweifeln gebracht. Stelle dich darauf ein, dass es die Reise kein Urlaub ist und das kleine oder größere Hoppalas einfach dazugehören dann kannst du dem viel gelassener entgegen sehen. Und wenn nicht: der nächste Tag sieht auf jeden Fall besser aus!

‘Reality’ on Instagram

Fotos auf Instagram sind schön. Die Realität hinter den Fotos und dem täglichen Vanlife sieht anders aus. Es ist nicht so romantisch wie es auf den Fotos wirkt.

Bürokratisches immer gleich erledigen

Eventuelle Grenzübergänge immer gleich erledigen, statt für den Folgetag aufheben. Was erledigt ist, ist erledigt. Stromausfälle, Streiks oder Strassenblockaden. Man kann nie wissen. Uns hat ein Stromausfall an der Grenze Bolivien/Chile über eine Stunde gekostet.

Welcher Kraftstoff?

Wir haben einen Diesel. Daran ist zuerst mal nichts verkehrt.

Vorteil: günstiger und weniger Verbrauch.

Nachteil: Er friert bei Temperaturen unter Null schnell mal ein. Leider werden dem Diesel in SA keine Additive beigemengt.

Eine einfache Lösung: Wenn wir wildcampten, haben wir die Motorhaube Richtung Osten ausgerichtet. Wenn der Diesel in der Früh gefroren war, mussten wir nur die Haube öffnen, das Sonnenlicht wärmte die Dieselleitung und er sprang 15 Minuten später wieder an.

Mit Benzin gab es dieses Problem nicht. In kalten Regionen (-15°) sprang unser Mietauto ohne Mucken an.

Planung? Zufällig oder genau getimed?

Plane deine Reise am Besten vorher, da wir auf der Reise sehr viel Zeit und Energie dafür aufgewendet haben. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, da viele ohne Planung losziehen. Ich lasse mich auch sehr gerne treiben, habe im Hinterkopf trotzdem gerne einen ursprünglichen Plan.

Das liebe Wetter

Die Route ist leider auch sehr vom Wetter abhängig. Eine Reise nach Patagonien ist im Juli  nicht empfehlenswert, da tiefster Winter herrscht. Dafür soll es im Pantanal, Brasilien zu dieser Zeit perfekt sein.
Im Januar regnet es in Cusco, Peru. Die Küste Perus sind eher trüb zu dieser Zeit.
Es gibt ein cooles Tool mit dem du deine Reise perfekt planen kannst. Danke an Sandra & Christof von worldnopebone.com für diesen Tipp.

Kriminalität

Die Kriminalität in Südamerika ist nicht so hoch, wie man diversen Internetberichten und Medien entnehmen mag. Es gibt Orte die man meiden sollte, wir haben es aber viel schlimmer erwartet. Ein guter Menschenverstand sollte jedoch an der Tagesordnung liegen. Wir achten bei iOverlander auf sichere Schlafplätze und hatten keine Probleme bis jetzt. Vertraue niemanden blind, aber sei auch nicht bei jeder zwischenmenschlichen Begegung skeptisch. Das würde dir garantiert deine Reise vermiesen.

Multimedia / Zeitvertreib im Van

Versuche dich vorher mit Filmen, Serien, Hörbüchern und Musik einzudecken. Spotify deckt sehr gut die letzten 2 Punkte ab. Die Internetverbindungen sind oft sehr schlecht (Speziell für Filme). Alles was du zuhause mit einer stabilen schnellen Internetleitung erledigen kannst, erspart dir Nerven. Eine kalte Nacht lässt sich mit guter Unterhaltung sehr viel leichter überbrücken. Auch Bücher lesen am Kindle, Spiele und Gitarre spielen, Sudoku helfen sehr gut.

Duschen ist der Wahnsinn

Freue dich über jede warme Dusche und einen Spiegel für eine Rasur. Es könnte die letzte warme/saubere Dusche für eine ganze Woche sein.

Nervende Moskitos

Baue dir in deinen Van einen guten Insektenschutz ein. Da haben wir schon unterschiedliche Lösungen gesehen – Magnetvorhänge, Insektenschutztüren und rotes Licht. Im Gespräch mit unterschiedlichen Travellern – und den unterschiedlichen Lösungen – sind wir draufgekommen das es keine optimale Lösung gibt. Bei einer Moskitoinvasion, oder noch schlimmer eine Sandfliegenattacke, hilft wohl nur die Türe schließen und das Licht innen abdrehen. Wenn es ganz heftig wird am besten den Standort wechseln.

Impfungen

Kläre vor der Reise beim Tropenschutzinstitut die Impfungen ab. Plane dazu auch genug Zeit ein, da Folgeimpfungen möglich sind. In manchen Ländern ist eine Gelbfieberimpfung Pflicht. Angeblich wird dein Impfpass bei der Grenze kontrolliert. Bis jetzt (10.Juli) wurden wir weder in Argentinien noch in Chile, Uruguay, Peru oder Bolivien kontrolliert.

Erinnerungen für später

Auch wenn du abends meistens komplett erledigt bist, schreib ein kleines Tagebuch. Es muss kein großartiger Blog sein, sondern es reichen kurze  knappe Stichworte in einem kleinen Notizbuch um sich zu erinnern. Es dauert nur 10 Minuten und ist ruckzuck erledigt. Ich muss zugeben: Anita ist beim Tagebuch führen viel fleißiger als ich.

Navigation mit Google oder Maps.Me

Auch wenn Google Maps dir einen Weg von 3 Stunden vorschlägt, rechne immer ein paar Stunden zusätzlich ein. Wunderschöne Wasserfälle, Erdrutsche, Baustellen und Schotterstrassen, die dir den letzten Nerv kosten. All das verzögert deine Weiterreise.

Wenn du Maps.Me verwendet, sei doppelt vorsichtig. Maps.Me nimmt immer den kürzesten Weg, der nicht immer der Beste ist. Trotz des kürzeren Strecke kann es schnell mal 2 holprige Stunden länger dauern. Auch Google ist davor nicht gefeit und kennt keine Schotterpister. Trotzdem ist GoogleMaps in der Regel die bessere Navigation.

Last but not Least – Eine Notfallration Essen

Nüsse, Äpfel, Obst, Müsliriegel oder Brot mit Käse können dir ein schneller Energielieferung sein und bewahren dich vor einer HANGRY-Attacke. (Hunger und aNGRY)

Vorsicht! Bei den Grenzübergängen muss man Obst, Nüsse, Fleisch, Milch, Honig und Gemüse abgeben.

 

Habe ich deiner Meinung nach etwas vergessen und kann ergänzt werden? Oder gibt es Punkte die genau auf dich zutreffen? Schreib es doch einfach in die Kommentare.

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