Panamericana is my Bitch // 10.12.2018-10.2.2019

Jeder neue Abschnitt im Leben fängt mit dem ersten Schritt an. Für mich war dieser erster Schritt der Härteste und Schwierigste, den ich je gemacht habe. Das kann ich euch garantieren.

Für uns (Anita und mich) bedeutete das die Entscheidung treffen zu kündigen und alles hinter uns zu lassen. Familie, Freunde, den ‘sicheren’ Job, die ‘sichere’ Umgebung und mein übergroßes Bett.

Über 4 Jahre lang dauerte dieser Entscheidungsprozess. Am Schluss war die innere Stimme dann so laut, dass sie nicht mehr überhört, ignoriert oder beiseite geschoben werden konnte.

Einen Van zu kaufen, den wir übrigens noch nie gesehen haben und durch ganz Amerika zu fahren war die zweite Entscheidung. Diese Entscheidung fiel uns wesentlich leichter. Die Reise haben wir im Großen und Ganzen innerhalb von 3-4 Monaten geplant. Neben den üblichen Erledigungen, wie Kündigung, Abschied von Familie und Freunden, galt es noch die eventuellen bürokratischen Hürden und Möglichkeiten von Südamerika herauszufinden.

In dieser Zeit konnten wir herausfinden, dass es in unserem Fall nur eine einzige, kostengünstigste, legale Variante gab. Wir mussten mit kanadischen Nummernschildern in Südamerika herumzufahren um es dann am Ende des Trips in Kanada offiziell zu kaufen. Ein argentinischer Notar musste uns eine Vollmacht, einen sogenannten “Poder” ausstellen.

Wir buchten den Flug und hofften, dass der Van kein Schrotthaufen war. Wir konnten ebenfalls in der Zwischenzeit einen Mechaniker in Buenos Aires ausfindig machen, der sich auf Mercedes Sprinter spezialisiert hatte. Der kam uns gerade richtig!

Das kanadische Paar dem wir den Van abkaufen wollten, Jordan und Frederick, holte uns vom Flughafen ab und wir erledigten in Buenos Aires innerhalb von vier Tagen alle erdenklichen bürokratischen Wege. Wir ließen das Auto mechanisch checken (und für gut befinden), die Vollmacht ausstellen und einen Gepäcksträger anfertigen.

Um das Auto gründlich vor unserer Reise komplett durchzureinigen fuhren wir nach Uruguay. Durch die teilweise staubigen Schotterstraßen in Südamerika sammelte sich einiges an Dreck an und wenn wir schon 1 1/2 Jahre in einem gebrauchten Van wohnen, dann wollten wir es so sauber wie möglich haben.

Bis zum heutigen Tag kamen wir dann noch auf viele Reparaturen, die noch erledigt werden mussten:

  • Das Dach war undicht und musste mit einer speziellen Masse abgedichtet werden, die nicht spröde bei UV-Einstrahlung wird und flexibel genug bleibt, um den Vibrationen standzuhalten.
  • Der Rost auf der Karosserie musste entfernt und natürlich neu lackiert werden.
  • Die Klimaanlage war undicht und musste repariert werden. Ein Stein durchschlug den Kühler und somit den Kühlkreislauf.
  • Der Motor der Ventilation war defekt und musste ausgetauscht werden.
  • Der Motor der Ventilation war defekt und musste ausgetauscht werden.
  • Es gab keinen Innenraumluftfilter, weswegen anfangs wahrscheinlich immer Staub in der Luft lag.
  • Der Seitenspiegel war locker und klappte während der Fahrt ein.
  • Die Dachdusche musste repariert werden und wir beschlossen deshalb, sie in Uruguay auch gleich zu um 20-30 Liter Fassungsvermögen zu erweitern.
  • Nach einer Fehlkonstruktion (zu kleines Luftventil) meinerseits explodierte die Konstruktion beim ersten Befüllen. Da die Rohre in Argentinien anders waren als die in Uruguay, genügte es nicht nur den explodierten Teil auszutauschen sondern wir mussten alles von vorne machen. Zum Glück konnten wir bei der ersten Dusche genug Erfahrung sammeln und es ging fast von alleine.
  • Wir montierten Ladensysteme auf die Holzkisten, die als Küchenladen fungieren. Vorher waren sie lose drinnen und blieben jedes mal beim herausziehen hängen oder man musste die Kisten komplett rausnehmen wenn wir etwas rausnehmen wollten.

Wahrscheinlich hab ich sogar einige Dinge vergessen und nur die größeren Projekte aufgezählt. Wir haben viel Zeit, Geld (was nicht so eingeplant war), Schweiß und Fleiß in unser neues Zuhause investiert und werden es wahrscheinlich auch in Zukunft tun. Nur hoffentlich nicht mehr so oft. Mit jedem Schweißtropfen den wir in den Van gesteckt haben desto mehr lernten ihn wir zu schätzen.

Ihr könnt euch wohl vorstellen, dass diese Arbeiten in fremden Ländern länger als üblich brauchen. Speziell wenn Geschäften ihre Siesta von 12-17 Uhr halten, alles geschlossen ist und die Straßen ausgestorben sind. Hinzu kommt, dass es weder leicht ist überhaupt einen Platz zu finden, an dem wir die Umbauarbeiten ungestört machen können noch dass es dort einen Stromanschluss für Winkelschleifer gibt.

Zwischen den Arbeiten sind wir dann doch etwas gereist und haben uns ein paar Orte angesehen. Diese möchte ich euch in zukünfitgen Posts näher bringen.

Kurz zum Schluss: Uns geht es gut und jetzt kann es endlich losgehen 😉

Die zwei letzten zwei Monate waren wir die Bitch von der Panamericana, jetzt wollten wir den Spieß aber wieder umdrehen!

Habt ihr ähnliche Projekte geplant? Welche Träume fliegen euch denn so im Kopf herum?

12 Kommentare

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Babsi Linsbauerantworten
12. Februar 2019 um 17:42

Ziehe meinen Hut vor euch. Freu mich auf weitere Blog Einträge….

Eric Letourneurantworten
12. Februar 2019 um 19:20
– Als Antwort auf: Babsi Linsbauer

Dankesehr, es kann jeder machen wenn man wirklich möchte. Auch wenns nicht immer leicht ist.

Markus Haaseantworten
12. Februar 2019 um 19:56

Ich wünsche Euch noch eine schöne und spannende Reise!
Bleibts gesund und genießt das Leben.

Eric Letourneurantworten
12. Februar 2019 um 20:10
– Als Antwort auf: Markus Haase

Danke Markus, wir bleiben gesund das wir dich so selten wie möglich brauchen =D
Btw. der Rücken von Anita spinnt mit einem Bandscheibenvorfall, aber jetzt ist wieder alles gut soweit.

Thomas Langantworten
18. Februar 2019 um 13:35

Ich wünsche euch eine schöne Reise, viel Kraft und Gesundheit. Genießt es, diese Abenteuer kann euch keiner nehmen.

Eric Letourneurantworten
20. Februar 2019 um 15:38
– Als Antwort auf: Thomas Lang

Danke lieber Thomas, wir werden jeden Moment, auch wenn er noch so hart sein sollte, genießen. Nein stimmt allerdings diese Erfahrung kann uns niemand nehmen. Ausser es passiert etwas total unvorhersehbares. LG

Pepi Kleedorferantworten
21. Februar 2019 um 20:02

Wünsche euch eine gute Reise und gsund bleiben

Eric Letourneurantworten
26. Februar 2019 um 13:48
– Als Antwort auf: Pepi Kleedorfer

Danke Pepi, wir werden es versuchen so gut wie möglich! Wird schon alles rund laufen 😉

Michael Kosicekantworten
4. März 2019 um 14:12

Hallo Eric,
habe eine Frage, ob ich das Änderungsblatt 2981 (Eis) vom 2.7.2018 abschließen kann??
Grins, grins …..
Ich hoffe es geht euch gut. Passt auf euch auf
Grüße vom PSI Team und mir

Eric Letourneurantworten
11. März 2019 um 16:56
– Als Antwort auf: Michael Kosicek

Hallo Michi, von mir aus kannst du es abschliessen oder auch nicht 😀 Wie du möchtest. So weit geht es uns gut. Und ist doch ganz klar das wir auf uns aufpassen. Lg Eric

Martin Brabetzantworten
6. März 2019 um 13:25

Von diesem Abenteuer werdet ihr noch euren zahlreichen Enkelkindern erzählen. Wenn es soweit ist. Saugt alles auf, und lernt viele Menschen kennen.
Alles Gute, viel Spass und immer genug Luft in den Reifen vom Mercedes…

Eric Letourneurantworten
11. März 2019 um 16:56
– Als Antwort auf: Martin Brabetz

Das will ich mal schwer hoffen das wir unseren Kindern/Enkelkindern davon erzählen. Danke Martin. LG Eric

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