Bolivien – Expedition 4×4 Sur Lipez // 1.6.-7.6.2019

Dank einer Zusammenarbeit mit ‘BIZ Rent a Car’ konnten Anita und ich in den Süden von Bolivien reisen . Bolivien war für uns eines der großen Highlights dieser Reise und somit wollten wir uns das nicht entgehen lassen. Die Woche war extrem fordernd für Körper und Geist, sehr kalt (bis zu -15°C in der Nacht), die Straßen in Sur Lipez waren brutal und es gab nur einfachste Unterkünfte. Was wir leider zu spät herausgefunden haben: Es gab auch nichts, wo wir Essen einkaufen konnten.

Wenn du dir nicht alles detailliert durchlesen möchtest findest du hier den Blogpost von Anita.

Da wir immer sehr kurzfristig planen (max. 1 Woche im Vorraus) sind wir erst ziemlich spät draufgekommen, das die meisten unserer Top-Bolivien-Highlights, in der sehr abgelegenen Region Sur Lipez liegen. Unbefahrbar für unseren Sprinter, die ‘fette Berta’. Viele Autovermietungen möchten ihre Autos schonen und bieten deswegen keine Vermietung in der Region an. BIZ Rent a Car, haben ihren Standort in Sucre, sind die Ausnahme der Autovermietungen und boten uns unkompliziert folgendes Service an:

  • Lieferung/Abholung des Autos nach Uyuni
  • Zeitraum 7 Tage
  • 1100 km,
  • 2 Reservereifen
  • 1 extra 60l Benzinkanister mit Schlauch (der extra bezahlt werden muss)
    • wir hatten noch 40l extra mit davon brauchten wir 20l
  • ein GPS zur Navigation (mit der Empfehlung dennoch lieber Maps.Me zu verwenden)
  • Schaufel, Abschleppseil und eine Reinigung waren inkludiert.

Tag 1:

Um 7h sind wir aufgestanden damit wir so früh wie möglich starten konnten. Wir haben alles gepackt und auf der Ladefläche festgegurtet. Wir kamen erst um 10h weg, da wir erst noch genügend Wasser am Markt auffüllen (70l) und CherryCans (Extrakanister für Sprit) tanken mussten. Bis wir endlich auf der Piste waren verging einiges an Zeit.

Jetzt ging die Expedition durch den Süden von Bolivien los!!

Erster Stopp wäre Villa Mar (dort gab es die erste Unterkunft) gewesen, allerdings mussten wir nach 3 Stunden interessanter Offroadpiste, einen Fluss überqueren. Den Fluss erachteten wir als zu unsicher und suchten dann nach einer geeigneten Stelle, damit wir problemlos überqueren konnten.

Bei der Suche fuhren wir zu knapp an das Ufer des Flusses und blieben im weichen Schlamm stecken. Da half kein 4×4, keine Differentialsperre, kein gar nix. Wir steckten fest. Und das innerhalb von 24h.

Bei jedem Versuch, uns zu selbstständig zu befreien, gruben wir uns tiefer ein. Die linken Reifen waren zur Hälfte eingesunken und wir konnten gerade noch so bei der Fahrerseite einsteigen. Wir hatten zum Glück eine Schaufel mit und begannen das Auto auszugraben. Alles war schlammig und die ausgegrabenen Löcher füllten sich mit Wasser.

Die Versuche, die wir starteten blieben erfolglos.

Die Sonne schwand schon langsam und wir wussten, dass uns in der Nacht Minustemperaturen erwarteten. Wir stellen uns seelisch auf eine sehr, sehr kalte Nacht im Auto ein.

Unser letzter Lichtblick war ein altes Haus auf der anderen Seite des Flusses. Wir wussten nicht ob es verlassen war oder ob jemand darin wohnte. Wir mussten Hilfe holen. Moritz, ein neu gewonnener Traveller-Freund, opferte sich fürs Team und stieg barfuss ins eiskalte Wasser, währenddessen ich das Auto weiter ausgrub. Er verlor dabei einen Flipflop und die Frau, die in dem Haus wohnte, wollte konnte uns nicht helfen. Moritz hatte schon sein Zelt aufgebaut, um im Ernstfall darin schlafen zu können. Das würde ich euch nicht bei -15°C empfehlen (außer ihr habt richtig gute Schlafsäcke mit). Wir froren in den Hotels trotz Schlafsacks und 3 weiteren Decken.

Inzwischen war es schon dunkel und die Kälte kroch uns in die Finger- und Zehenspitzen. Alles war voller Schlamm. Gleichzeit bot sich in der absoluten Dunkelheit ein wunderschöner Sternenhimmel an und in der Ferne am dunklen Horizont sahen wir mehrere Lichter. Wir versuchten uns mit Lichtzeichen bemerkbar zu machen. Es kamen 4 Geländewagen auf uns zu und es stiegen ca. 25 Bolivianer aus (Männer, Frauen, Kinder und Babies). Sie waren am Heimweg von einem Fußballspiel.

Wir erklärten kurz die Situation und sie versuchten uns mit ihrem Hilux herauszuziehen.

Leider Erfolglos.

Wir steckten zu fest drinnen.

Nach 3 Stunden, 3 Wagenhebern, dutzenden Steinen und 3 langen Brettern, einer ausgeklügelten bolivianischen Technik und 2 Versuchen, uns mit einem zweiten Hilux rauszuziehen, waren wir draußen. Wir schrieen auf vor Glück und mussten nicht in dem schiefen, festsitzenden, kalten Auto schlafen.

Die Bolivianer nahmen uns mit in ihr Dorf und bereiteten uns 3 Betten vor, in dem ‘Klubhaus’ des Fussballvereins, wo wir dann richtig gut geschlafen haben. Der Schreck und die Kälte saß uns in den Gliedern.

Richtig Glück im Unglück gehabt.

Das war Tag 1. Kann ja schon mal heiter werden.

Vorm Fußballclub war das Wasser des Brunnens gefroren (2cm dick)

Tag 2:

Ausgegraben und ausgeschlafen sind wir von dem Clubhaus in Mejillones, so hieß das kleine Dorf der Fussballmannschaft, losgefahren.

Moritz suchte vergeblich seinen verloreren Flipflop im Fluss, indem wir steckten geblieben waren. So standen wir wieder vor der selben Herausforderung, wie wir den Fluss überqueren sollten und fragten einen Mann in der Nähe des Flusses, der uns einen anderen Weg nannte.

Wir wählten den Weg der uns empfohlen wurde.

Wir konnten in keinem der Dörfer Frühstück finden. Essen zu finden wurde schon zur Herausforderung. Hungrig nahmen wir am Weg einen Tourguide nach Alota mit, denn seine Wasserpumpe seines Toyota Landcruiser war kaputt. In Alota haben wir uns mit Obst eingedeckt und bisschen was gegessen. Kekse, Bananen und Wasser zum Frühstück.

Sonnenuntergang in der Desierto de Dali

In dem Ort bei den Aguas Termales gab es nur 2 Unterkünfte, eine davon ausgebucht, die andere nahmen wir und konnten nur mit Mühe auch etwas zum Essen bestellen. Sie sagte uns: “Falls eine Tour kommt dann könnt ihr auch essen!” Wir dachten zunächst sie sei zu faul zum Kochen, es sollte sich anders herausstellen. Die Touren nahmen die Zutaten mit und es wurde in den Unterkünften zubereitet.

In der Zwischenzeit fuhren wir zur nahe gelegenen Desierto de Dalí zum Sonnenuntergang. Als wir zurück kamen, waren 2 Tourautos da und aßen zu Abend. Wir bekamen auch ein wenig Suppe und eine kleine Portion Lasagne. Zum Glück blieb von der Tour etwas übrig und sie gaben uns ihre Reste. Wir fühlten uns zwar sehr armselig, anderer Leute Reste Essen zu müssen, aber nahmen es trotzdem an. Besser als hungern.

Nach dem Abendessen gab es die Krönung: ein Sternenhimmel bei Neumond in der heißen Therme.

Tag 3:

In der Früh bin ich mit Moritz ganz früh aufgestanden, um zu Desierto de Salvador Dalí zu fahren und dort Fotos zu machen. Es war eiskalt. Meine Finger waren in 2 Schichten Handschuhen verpackt und trotzdem froren sie. Die Luft war dünn auf über 4000m Höhe, meine Nase rannte und das Metall des Statives war eiskalt.

Zurück in der Unterkunft wollten wir Frühstücken. Der versprochene Reis mit Tomaten wurde für das Essen der Tourgruppe verwendet. Für uns war nichts mehr da und wir mussten uns wieder mit dem Resten der Tourgruppe begnügen: trockene Pancakes, übrig gelassene Dosenfrüchte und Cornflakes ohne Milch.

Die Region war wirklich sehr abgelegen, aber sowas hatte bisher keiner von uns erlebt.

Bis JETZT.

Es war teilweise unmöglich Essen zu kaufen und wenn es etwas gab dann waren es nur Kekse, Chips, Dosenthunfisch oder Erdbeerjuice. Wenig nahrhaft.

Wir fuhren wir zu den Geysiren ‘Sol de la Mañana’. Sehr stickig, stark nach Schwefel riechend aber richtig cool zum Beobachten.

Danach zu den Herbergen bei Laguna Colorada, endlich bekamen wir ohne Probleme was zu essen und eine Unterkunft. Der Chef hier war sehr bemüht und behandelte uns nicht wie Menschen 2. Klasse. Wir bekamen Reis mit Lama-Fleisch und genossen während dem Essen die Sonne. Die Stimmung hellte deutlich auf.

Nach dem Essen fuhren wir zur Laguna Colorada, um dort den farbenfrohen See mit den vielen Flamingos zu bewundern. Anschliessend zur Sonnenuntergangzeit zum Árbol de Piedra – eine 7 Meter hohe Skulptur die vom Wind geformt wurde.

Arbol de Piedra - Stonetree

Einige Kilometer vor der Unterkunft leuchtete uns ein Fußgänger entgegen. Daniel, ein Israeli, war mit seinem Motorrad gestürzt und sein Gepäck war kaputt. Er war komplett ausser Atem und zum Glück unverletzt. Er hatte einen 6 km langen Marsch hinter sich. Nachdem wir sein Motorrad gefunden hatten packten wir sein ganzes Hab und Gut auf unsere Ladefläche und nahmen ihn mit zur Unterkunft. Die fertigen Spaghetti warteten schon auf uns. So schnell kann man auf den Straßen Boliviens etwas zurückgeben.

Tag 4:

In der Früh standen wir auf und fotografieren bei Laguna Colorada. Alle Nächte und alle Morgen in Sur Lipez waren bitterkalt. Langsam verging mir die Lust am Früh aufstehen und ich wägte am Vortag immer stärker ab, ob sich es auch wirklich lohnte.

Das Schlimmste am Aufstehen war es, das warme Bett gegen frierende Hände innerhalb von 5 Minuten einzutauschen.

An der Laguna Colorada angelangt reflektierte die aufgehende Sonne am spiegelglatten Wasser. Flamingos wärmten sich in der Sonne und am warmen Thermalwasser. Ein herrlicher Anblick, den wir für uns ganz alleine hatten. Kein Gerede von Touristengruppen. Nur wir und die Natur.

Zurück beim Parkplatz mussten wir feststellen, dass sich unser linker Hinterreifen aufgelöst hat und wir an der Laguna Colorada den Ersatzreifen montieren mussten. Es wird eindeutig nie langweilig und jeder Tag hat seine Überraschungen für uns. Wenn man ganz genau hinsieht, dann sieht man sogar das der Reifen platt ist und gefroren war. Wie ich den Wagenheber angesetzt habe, blieb der gefrorene Reifen in der Position.

Daniel, der Israeli mit Motorrad, hat uns gebeten, ihn 8km bis zur Hauptstraße zu folgen, damit er nicht auf den schlechten Straßen mit seinem schweren Gepäck fahren muss und womöglich wieder stürzt. Wir luden sein Gepäck bei uns auf, damit er auf den sandigen, schwierigen Weg leichter fahren konnte. Wir warteten relativ lange, bis er seine zerstörten Boxen provisorisch reparierte. Dann ging es endlich los zu der 2-3 Stunden entfernen Laguna Cañapa.

Da wir nach den 8km nicht umdrehen wollten, schlugen wir den gleichen Weg wie Daniel ein. Im Endeffekt fuhren wir nicht 2-3 Stunden sondern 6-7 Stunden und erreichten lediglich Alota. Das Gute an der Geschichte war es zu wissen, dass es ihm gut ging und wir ihn auf der schwierigen Strecke unterstützen konnten.

Auf dem Weg sind wir noch einmal im Schlamm stecken geblieben, schaffen es aber innerhalb kürzester Zeit mit Hilfe von Teamwork und Erfahrung uns alleine zu befreien. In der Zwischenzeit fuhr Daniel zum nahen Nationalparkeingang um Hilfe zu holen. Anita und Moritz suchten Steine zum unterlegen. Ich schaufelte uns frei. Nach weniger als 30 Minuten befreiten wir uns und holten Daniel von dem Eingang ab.

In Alota konnten wir dann schnell eine Herberge finden und bekamen dann sogar noch Abendessen. Es war sogar ziemlich lecker und ausgiebig.

Wie schön ist doch die Welt. Was braucht man mehr? Ein Bett, warmes Abendessen, Hilfe selbstlos jemanden anderen anbieten zu können, eine heiße Dusche und tolle Gesellschaft.

Tag 5:

Zum Frühstück gab es ein kleines Omelette ohne besonderen Geschmack, Tee und Wasser mit Milchpulver und Kakao.

Der Weg von Alota nach Laguna Cañapa war sehr steinig und sehr anspruchsvoll zum fahren. Die Befürchtung, nochmal den Reifen zu wechseln zu müssen, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 5 km/h, wahrscheinlich wären wir zu Fuß zumindest gleich schnell unterwegs gewesen…

Als die Überlegung im Raum stand, umzudrehen und die Reifen so gut wie möglich zu schonen, wurde die Straße etwas besser und wir kamen schneller voran.

Bei der Laguna Cañapa angelangt waren wir weit und breit die Einzigen.

Flamingos auf Futtersuche, im Hintergrund ein vielfarbiger Berg, Stille nur für uns: in solchen Momenten wussten wir, dass sich die Strapazen des Alleine Reisens auszahlten.

Wir mussten keinen strengen Zeitplan einer Tour einhalten und konnten so lange bleiben wie wir mochten.

In der Zwischenzeit kam eine kleine Gruppe an. Der Tourguide verkündete der Familie, dass ihnen 15 mickrige Minuten Zeit zur Verfügung standen. Um Laguna Canapa von der Bucket List streichen zu können und den Beweis der Anwesenheit festzuhalten, wurde das obligatorische Handy-Foto geschossen. Leider vom abgesperrten Bereich aus, der eigentlich nicht betreten sollte, um die Fauna und Flora zu schützen.

Ich konnte meinen Mund nicht halten und fragte den Tourguide ob es denn wirklich notwendig sei, hinter der sichtbaren Linie alles für ein Foto niederzutrampeln. Die Familie verstand sofort was ich meinte und verzog sich. Der Tourguide verteidigte sich auf jahrelange Erfahrung im Stören der Umwelt, gab dann aber klein bei. Sollte es nicht gerade der Tourguide besser wissen und alles schützen, was schützenwert ist?

30 Autominuten später, bei Laguna Hedionda, hofften wir auf ein Mittagessen und wurden mit einfachen Tomaten-Ei-Toast belohnt. So schnell schraubt man also seine Ansprüche auf ein Minimum zurück…

Nach dem Essen fragten wir Tourguides nach einer guten, angenehmen Route zur Isla Incahuasi, einer Insel mitten in der Salzwüste. Die Strecke, die sie uns empfahlen sollte 3 bis max. 4 Stunden dauern und auf seiner Punkteskala 7 von 10 Punkten erreichen. Optimistisch nahmen wir den Rat an und wussten nicht, dass wir noch unser blaues Wunder erleben würden.

Die Strecke war nämlich einer der schlimmsten der vergangenen 7 Tage und vermutlich eine der schlimmsten Strecken, die ich je in meinen Leben gefahren bin.

Tiefe Furchen, große spitze Steine, Spalten zwischen den Reifen und schmale Wege wo wir links und rechts zu abrutschen drohen sind nur einige Probleme, die wir bewältigen mussten. Wir meisterten es mit Teamwork, indem einer ausstieg und dem Fahrer die ‘perfekte’ Spur von außen anzeigte. 2 cm nach links oder nach rechts machten hier schon einen gewaltigen Unterschied aus.

Wir verfluchten den Tourguide, der uns die ‘tolle’ Route empfahl.

Aus den 3 Stunden wurden 6 und wir schafften es nicht einmal bis nach Isla Incahuasi. Wie jeden Abend waren wir froh endlich unsere Unterkunft zu beziehen und etwas Essbares zu bekommen. Diesmal bereiteten wir unsere mitgebrachten Spaghetti mit Pesto zu.

Tag 6:

Anita hatte sich leider einen Magen-Darm-Infekt eingefangen, somit gingen wir den nächsten Tag auch etwas ruhiger an. Sie kurierte sich im Hotel aus, während wir die schon fast obligatorischen Perspektivenfotos in Salar de Uyuni machten. Diese Fotos waren nicht geplant, es entstanden trotz Selbstauslösers einige witzige Fotos.

Die Salar de Uyuni ist mit 10.582 km² die größte Salzwüste der Welt. Trotz vieler Berichte kann ich sie nur schwer beschreiben. Du musst sie mit eigenen Augen gesehen haben. Weit und breit nur eine weiße Fläche. Ohne Navi verliert man da schnell die Orientierung. Die Sonne und die kleinen Berge helfen ein wenig. Wir verließen uns auf die Routenaufzeichnung um ja nicht verloren zu gehen.

42 km sind es vom südlichen Eintritt bis zur Isla Incahuasi, die fast in der Mitte des Salar liegt. Die ersten Meter hatten wir etwas Bedenken wieder einmal einzusinken, da noch etwas Wasser stand. Zum Glück ging alles gut und wir sind nicht wieder eingesunken.
Surreal, schön und auf jeden Fall einzigartig wie der Salar. Genau so wie ich es mag. Wir vermuteten einen Andrang von mindestens 80-100 Touristen doch wir waren alleine. Alle Touristengruppen zogen vor Sonnenuntergang ab. Herrlich.

Tag 7:

Der letzte Tag lief ohne gröbere Vorkommnisse ab. Gepäck zusammenpacken und dann nach Uyuni. Nur die Rückgabe des Autos lief nicht wie geplant. Die Autovermietung wollte, dass wir für die Hälfte des kaputten Reifen und die Hälfte der Felge (wahrscheinlich mind. 250 US$) aufkommen. Wir sind überzeugt, dass der Reifen nicht durch unser Verschulden platzte sondern ein Materialfehler war,

  • da die montierten Reifen keine richtigen Offroadreifen waren (obwohl das natürlich Grundvorraussetzung war),
  • die Ersatzreifen Straßenreifen waren und
  • die Reifen alle vermutlich schon sehr wenig Luft bei der Lieferung des Autos hatten. (Wir wollten den Reifendruck vor Abreise zwar testen, es lag aber bei den Tankstellen in Uyuni weder ein Manometer noch ein Kompressor vor.)

Da die Rückgabe in Uyuni stattfand und nur der Fahrer vor Ort war, musste sich Anita per Telefon von einem Logistiker verschiedenste Beschuldigungen anhören. Er nannte uns mentirosos (Lügner), unehrenhafte Menschen und drohte uns mit dem Rechtsanwalt. Anita lief schon heiß, da sie das Gespräch (auf Spanisch) führte. Der Fahrer, der das Auto wieder zurück nach Sucre brachte, verstand uns. Was will man bei einem cholerischen Chef/Mitarbeiter machen?

An dieser Stelle möchte ich auf ein bolivianisches Sprichwort verweisen: “Wer Dornen säht, wird keine Rosen ernten!”

Vielleicht nicht unmittelbar, irgendwann im Leben aber bestimmt.

Um einen Strich unter die Geschichte zu setzen und es an einem Samstag des Pfingstwochenendes sicher nicht besonders einfach werden würde, eine Rechtsberatung in Österreich zu organisieren, stimmten wir zu 100US$ für den Reifen zu zahlen, obwohl wir uns keiner Schuld bewusst sind. Immerhin waren wir mindestens genauso vorsichtig wie mit unserem Sprinter unterwegs – und mit dem sind wir auch seit Dezember (ca. 7 Monate) sind über jegliche Schotterpisten ohne Vorfälle gefahren. Leider hinterlässt das einen bitteren Beigeschmack zur ganzen Geschichte…

Fazit der ganzen Woche:

Dass es ganz klar ein Abenteuer war, ist nicht abzustreiten. Wir sind über Stock und Stein gefahren, mussten die Essensreste der Touren essen und froren in den bitterkalten Nächten. Wenn wir das nächste mal so eine Expedition machen, werden wir uns ganz klar besser VORHER informieren. Wenn man kein Fotograf ist, dann wäre es wohl einfacher und sorgloser eine organisierte Tour zu buchen.

War Sur Lipez das viele Geld und die Anstrengungen wert? Ich persönlich tendiere eher zu einem nein, weil die Landschaften nicht so außergewöhnlich waren, wie ich mir das erhofft und gewünscht hätte. Es gibt meiner Meinung nach schönere Landschaften, die eine deutlich einfacher zu erreichen sind.

Schreibt mir mal in den Kommentaren von euren großen Abenteuern! Lagen wir falsch mit der Autovermietung und war es mit dem Reifen unser Fehler? Habt ihr ähnliche Erfahrungen?

3 Kommentare

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Boliviens Süden auf eigene Faust – Lohnt sich das Abenteuer? | Ground and Wanderantworten
14. Juni 2019 um 17:11

[…] In Eric’s Blogbeitrag kannst du die ganze Geschichte nachlesen wie wir 2 Mal stecken geblieben sind, wer uns gerettet hat und wieso wir nicht besonders angetan sind von der Mietwagenfirma. Um zu seinem Beitrag zu gelangen, klicke hier! […]

Sabine Grillantworten
2. Juli 2019 um 10:43

Wahnsinn, was Ihr erlebt. Fast alles schief gegangen, was nur geht. Hoffe, Ihr habt bei Eurem nächsten Abschnitt mehr Glück. Alles Gute für Euch

Eric Letourneurantworten
8. Juli 2019 um 17:30
– Als Antwort auf: Sabine Grill

Hallo Sabine. Das stimmt allerdings, trotzdem war es eine interessante Erfahrung. Danke für dein Kommentar. LG jetzt schon aus Peru.

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